dvdheimat informiert: Fantasyfilmfest Nr. 24

Selected Features

Amer

REGIE Hélène Cattet / Bruno Forzani DARSTELLER Marie Bos / Delphine Brual / Cassandra Forêt / Charlotte Eugène-Guibbaud / Harry Cleven / Bianca Maria D'Amato DREHBUCH Hélène Cattet / Bruno Forzani PRODUZENT François Cognard / Eve Commenge VERLEIH Koch Media

Inhaltlich kaum zufriedenzustellend zusammenzufassen, ist der experimentelle, beinahe dialogfreie Film teils psychoanalytische Charakterstudie, teils surreales Horrorkino. Auf der Bildebene bedient sich Amer auf perfekte Weise bei den Mitteln des italienischen Genrefilms der 60er und 70er Jahre, auf der Tonspur erklingen bekannte Titel aus der Soundtrack-Bibliothek der einschlägigen Genreklassiker. Für Fans von Regisseuren wie Dario Argento und Mario Bava sowieso Pflichtprogramm, aber auch für alle Anderen ein bemerkenswertes Stück psychedelisches Kino.
Lukas Jötten

Inhalt:
"Irgendwo sitzt die unheilige Dreifaltigkeit Argento, Fulci und Fernando di Leo und nickt ... zustimmend. Das belgische Regieduo Hélène Cattet und Bruno Forzani entblättert den italienischen Giallo der frühen 70er-Jahre und lässt ihn wiederauferstehen als Freud’schen Psychoschocker in Primärfarben. Eine strenge Fingerübung, die den ohnehin Logik außer Acht lassenden Ansatz von PROFONDO ROSSO und SUSPIRIA so konsequent weiterführt, dass Handlung als solche überflüssig wird: AMER will gespürt, erfahren, erlebt werden. Ein durch und durch sinnlicher Film über „Sehen und Gesehenwerden“, über Obszönität und Voyeurismus (auch Brian de Palma hätte seine helle Freude daran). Über drei Phasen ihres Lebens – Kindheit, Jugend, Erwachsensein – begleitet der Film seine Heldin Ana durch einen verstörenden Albtraum der Erweckung. Ästhetik und Stimmung der eingangs erwähnten Vorbilder werden dabei so perfekt heraufbeschworen, dass die beiden sensationell talentierten Filmemacher es getrost wagen können, Grenzen zu sprengen: Hier wird der Giallo zum Experimentalkino: wild, kompromisslos, aufregend, frei. Irgendwo sitzt die heilige Dreifaltigkeit Buñuel, Jodorowsky und Kenneth Anger und nickt ... anerkennend" (Fantasy Filmfest Katalog).