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rezensionen

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16.02. Das Mädchen mit den schwarzen Strümpfen
11.02. Im Dutzend zur Hölle
28.01. Die Engel von St. Pauli
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kurzrezension

09.11. Return of the Warrior
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22.04. True Justice: Angel of Death – Der Todesengel (blu-ray)

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Reanimation des TodesReanimation des Todes

Cold Prey 2: Resurrection – Kälter als der Tod

Cold Prey 2: Resurrection – Kälter als der Tod

Zwischen „Cold Prey 2“ und seinem Vorgänger gibt es zwar eine klare Verbindung, das Sequal lässt sich aber auch vortrefflich genießen, wenn man den ersten Teil nicht kennt. Dann ist Jannicke, die völlig verfroren mit einer Spitzhacke bewaffnet auf einer einsamen norwegischen Bergstraße gefunden wird, einfach eine neue Figur. So wie sie aussieht muss sie eine ganz besondere Grenzerfahrung hinter sich haben. Im Krankenhaus, in das sie gebracht wurde, erzählt sie den örtlichen Polizisten von einem irren Killer, der ihre Freunde beim Snowboard fahren um die Ecke gebracht hat. Nur sie konnte entkommen. Die Leichen sollen in einer Gletscherspalte in den Bergen liegen. So ungeheuerlich die Geschichte auch klingt, die Ordnungshüter legen sie nicht als völliges Hirngespinst an die Seite, sondern gehen dem Fall nach. Unter den Toten, die sie tatsächlich finden und ins Krankenhaus transportieren, befindet sich auch der Killer. Als er unverhofft leichte Lebenszeichen von sich gibt, beginnen die Ärzte eine erfolgreiche Reanimation. Handschellen sollen den Killer im Zaum halten. Doch der hat anderes zu tun, als am Bett gefesselt auf den Transport in den Knast zu warten. Jetzt beginnt für die kleine Notbesetzung des Krankenhauses, das in wenigen Tagen komplett geschlossen wird, ein Kampf ums überleben.

Das neuerliche Grauen beginnt mit einer Reanimation. So offensichtlich und dennoch so geschickt in die Handlung integriert, war der erste Grundsatz einer Slasher-Fortsetzung vermutlich noch nicht zu sehen. Denn anders als sonstige Fortsetzungen, die eine Geschichte Cold Prey 2: Resurrection – Kälter als der Tod tatsächlich weiter erzählen, indem sie eine neuen dramaturgischen Rahmen setzen, geht es innerhalb einer Slasherserie darum, den bekannten Killer wieder zu reanimieren, auf dass er sein Werk in ähnlicher Weise wie zuvor fortsetzt. Das schließt nicht aus, dass neue Aspekte hinzukommen, denn ein guter zweiter Teil variiert sein Thema natürlich, aber der Handlungsrahmen ist begrenzt. Die pfiffige Reflexion über das eigene Wesen von „Cold Prey 2“, hat aber auch noch mehr zu bieten, als eine einfache Auseinandersetzung mit den Regeln des Slashergenres. Der Tod braucht das Leben lautet der klare Hinweis, den die Reanimationsszene gibt. Nur wer auf welche Weise auch immer am Leben erhalten wird, kann als Spitzhacken-, Messer- oder gar Axt-schwingender Mörder sein Unwesen treiben. Im Leben liegt auch die Kraft zu töten. „Cold Prey 2“ besitzt deswegen eine faszinierende innere Dramatik, welche das Miteinander der gegensätzlichen, aber verknüpften Pole aus der Existenz und seiner Zerstörung abbildet.

Ähnlich wie in der „Nightmare“-Serie, in der auch nur der Glaube an das Böse diesem seine Kraft gibt, sind es in „Cold Prey 2“ die Menschen selbst, die es wieder auferstehen lassen. Der Unterschied liegt jedoch darin, dass die Angelegenheit hier viel handfester daher kommt, als bei der Traumthematik der „Nightmare“-Filme. Die physische Reanimation des todbringenden Bösen mag zwar zunächst etwas naiv erscheinen, sie stellt aber nur treffsicher den Bezug des Lebens zum Körper in den Vordergrund. Seine Unversehrtheit ist in Gefahr. Mit Hilfe der gezeigten physischen Nähe aus Leben und Tod, reflektiert der Film die angstauslösende Tragik, das mit der körperlichen Manifestation des Lebens auch der Verfall der Existenz unabdingbar ist, da der lebenspendende Körper niemals ewig ist. Das verleiht den gut inszenierten Spannungsszenen, die von der Atmosphäre leerer, spärlich beleuchteter Krankenhausflure zehrt eine zusätzliche emotionale Kraft, die es in einem Slasher nicht häufig gibt. Zum Kampf gegen den Killer gesellt sich noch der tragische Kampf, das letztlich unvermeidliche Ende der eigenen Existenz wenigstens für ein paar Jahre aufzuhalten. Die farblich reduzierte, aber sehr schick ausgeleuchtete Szenerie kündet dank ihrer inneren Spannung vom großen Drama, das sich hier abspielt, wenn die verzweifelten Menschen dem selbst reanimierten Killer entgegen treten.

Bildqualität

Das Bild der Bluray ist gut, ohne absolute Spitzenwerte zu erreichen. Zu den zahlreichen Bildern mit einer guten bis sehr guten Konturenschärfe sowie eines gelungenen Detailreichtums gesellen sich auch Bilder mit leicht reduzierter Präzision. Die Atmosphäre der leeren Krankenhausflure kommt aber sehr gut zur Geltung. Die Farbwiedergabe überzeugt mit klaren Tönen, der ausgewogene Kontrast sorgt für ein plastisches Bild. Nennenswerte Rauschmuster treten nicht in Erscheinung.

Tonqualität

Die DTS-HD-Master-5.1-Tonspur des norwegischen Originals besitzt klare und verständliche Dialoge, die sehr ausgewogen mit den übrigen Geräuschen abgemischt wurden. Die räumliche Atmosphäre des Tons ist in Ordnung, bietet aber weniger als man sich bei einem Spannungsfilm wünschen würde. Zumeist muss die Musik das Heft in die Hand nehmen, teilweise sind aber auch Nebengeräusche aus den hinteren Lautsprechern zu hören. Der deutsche 7.1-Upmix verfügt über die gleichen Qualitäten, ohne sich durch seine zusätzlichen Kanäle nennenswert absetzen zu können.

Extras

Cold Prey 2: Resurrection – Kälter als der Tod

Der Audiokommentar von Mats Stenberg (Regie) geht auf die einzelnen Drehorte sowie die Bedingungen am Set wie beispielsweise einen Schneesturm ein und liefert teilweise kurze biographische Hintergründe zu einzelnen Darstellern. Insgesamt ein solider, sehr überlegt vorgetragener Kommentar in englischer Sprache, der leider nicht deutsch untertitelt ist.
Das Making Of (etwa 15 Minuten) besteht aus untertiteltem B-Roll-Material, das nur eingeschränkt interessant ist, aber immerhin Aufnahmen vom Dreh im Schneesturm enthält, die ganz faszinierend aussehen.
Die Outtake-Rolle (etwa drei Minuten) bündelt ein paar Versprecher vom Dreh.
Die Deleted Scenes (etwa fünf Minuten) erweisen sich in der Mehrzahl als recht amüsante zusätzliche Charakterisierung einzelner Figuren, die vermutlich aus Tempogründen aus dem Film herausgeschnitten wurden.
Die Special Effects Featurette (etwa 18 Minuten) zeigt diverse Filmszenen, die mit Hilfe einzelner Effekte bearbeitet wurde. Im Stile eines Vorher-Nachher werden die meisten Effekte gut veranschaulicht, manches bleibt aber dennoch im Unklaren. Insgesamt ein interessanter Beitrag.
Der Trailer des Films ist ebenfalls auf der Bluray enthalten.

Fazit

„Cold Prey 2“ überzeugt mit einer guten Spannungsinszenierung, die gleichzeitig das ewige Drama der unabdingbaren Verknüpfung aus Leben und Tod in sein dramatisches Geschehen integriert. Dabei steht vor allem die Angst vor der Verletzung der körperlichen Unversehrtheit im Vordergrund, wenn die Figuren tragischerweise gegen das ankämpfen, was sie doch nur für eine begrenzte Zeit aufhalten können, den Tod. Technisch ist die Bluray gut.

Stefan Dabrock

21.02.2010

   
Originaltitel Fritt Vilt II (Norwegen 2008)
Länge 90 Minuten (24p)
Studio Sunfilm
Regie Mats Stenberg
Darsteller Ingrid Bolsø Berdal, Marthe Snorresdotter Rovik, Kim Wifladt, Johanna Mørck, Fridtjov Såheim, Per Schaaning, Andreas Cappelen, Mats Eldøen, u.a.
Format 1:2,35 (16:9)
Ton DTS-HD-Master 7.1 Deutsch, DTS-HD-Master 5.1 Norwegisch
Untertitel Deutsch
Extras Audiokommentar mit Mats Stenberg (Regie), Making Of, Deleted Scenes, u.m.
Preis ca. 20 EUR
Bewertung gut, technisch gut