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Belagerte Stadt

Trommeln des Todes

Trommeln des Todes

Hugo Fregonese gehört nicht zu den bekanntesten Regisseuren des Hollywoodkinos und so ist es weniger seine Mitarbeit an „Trommeln des Todes“, die den Western interessant macht, sondern eher die Beteiligung des renommierten Produzenten Val Lewton. Der hat unter anderem Horror-Klassiker wie Jacques Tourneurs „Katzenmenschen“ („Cat People“, USA 1942) oder Robert Wise' „Der Leichendieb“ („The Body Snatcher“, USA 1945) auf den Weg gebracht. Die Spannungs- sowie Dramaqualitäten Lewtons, der als Produzent bei seinen Projekten kreativen Einfluss nahm, sind auch in „Trommeln des Todes“ spürbar, aber nicht so stimmig ausgearbeitet, wie bei seinen besten Arbeiten.
Nachdem der Spieler Sam Leeds (Stephen McNally) wegen seines fragwürdigen Rufes und einer Schießerei aus der Stadt Spanish Boot gejagt wurde, kehrt er postwendend wieder zurück. Die Mescalero-Apachen unter Häuptling Victorio befinden sich auf dem Kriegspfad und bedrohen die Sicherheit der Stadt. Leeds hatte keine Chance, die nächste Stadt unbeschadet zu erreichen. Zunächst glaubt ihm sein Gegenspieler, der Bürgermeister Joe Madden (Willard Parker), kein Wort, aber ein paar Kriegspfeile lassen schließlich keinen Zweifel mehr zu. Da die Kavallerie im Anmarsch sein soll, entschließen sich die Bürger zunächst fürs Abwarten. Nur ein jugendlicher Bote will durch die Reihen der Indianer brechen, um die Soldaten zu benachrichtigen. Als der örtliche Brunnen vergiftet wird, plant Leeds die Zusammenstellung eines Freiwilligentrupps, um Wasser von einem Fluss zu holen. Das befeuert den Konflikt mit Madden, der nicht nur Sams halbseidene Art ablehnt, sondern ebenfalls um die attraktive Sally (Coleen Gray) buhlt. Angesichts der Bedrohung von außen müssen sich die Bewohner des kleinen Kaffs jedoch zusammentun, wollen sie nicht untergehen.

Die knappe Laufzeit von 72 Minuten nutzt das Drehbuch für einen Showdown der Konflikte, die zwar nur selten in einen größeren Rahmen gestellt werden, aber für genügend Tempo sorgen. Die Präsentation immer neue Reize steht im Vordergrund der Erzählung, die Vertiefung der Themen muss dahinter zurückstehen. Die Auseinandersetzung zwischen dem leicht zwielichtigen, aber auch mit guten Eigenschaften ausgestatteten Spieler Sam und dem scheinbar unbeirrbar aufrechten, aber auch egoistisch auftrumpfenden Bürgermeister Joe Madden erschöpft sich in kleinen Wortgefechten. Waffen rücken dabei nur dezent ins Blickfeld, Trommeln des Todes um den Figuren nicht zu viel Dramatik zuzumuten. Das gilt auch für das Buhlen der beiden Männer um Sally, die passiv neutral bleiben muss. Ihre schlichte Vermittlungsrolle geht zu Lasten einer knackigen Auseinandersetzung mit den beiden Positionen, für die Sam und Joe stehen. Die Stärken und Schwächen der beiden Männer sind lediglich vorhanden, werden aber kaum durch ein reinigendes Feuer des Für und Wieder geschickt.
So bleibt der Kampf gegen die Indianer, bei dem es wie meistens im Western um den Aufbau einer zukunftsfähigen Zivilisation sowie die Vermittlung zwischen dem Freiheitsgeist eines Sam und dem einengenden Kodex eines Joe geht, nur ein Rahmen für teilweise hübsche Inszenierungsideen. Die Indianer wirken wie gespenstische Gegner, deren plötzliches Auftauchen die Bedrohlichkeit der Situation steigert. Dumpfes Trommelgeräusch sorgt für eine archaisch anmutende Atmosphäre des Schreckens, welche die belagerten Bewohner der Stadt bei ihrer Verteidigung psychologisch verunsichert. Als metaphorisches Stilmittel der Spannungsinszenierung verweist das Trommeln auf die martialische Kampfeslust, mit der die Indianer zu Werke gehen wollen. Tatsächlich geht es nicht darum Gefangene zu machen, sondern zu töten. So wird die Auseinandersetzung zwischen den Verteidigern um Sam und Joe und den Apachen zu einem Kampf um die Zivilisation, wie sie die Weißen bevorzugen. Die indianische Sicht bleibt wie in vielen Western völlig unerwähnt.

Bildqualität

Trommeln des Todes

Das Bild der DVD ist ordentlich. Angesichts des Filmalters überrascht es nicht, dass die Körnigkeit des Materials immer gut sichtbar ist. Dafür kann sich die Schärfe bei den Nahaufnahmen absolut sehen lassen, während Bildhintergründe oft matschig aussehen. Insgesamt kann die Schärfe ebenso überzeugen wie die recht kräftigen Farben. Die karge Wüsten- und Berglandschaft kommt gut zur Geltung. Auch der Kontrast sorgt für ein angenehm differenziertes Bild. In ganz wenigen Szenen sind Doppelkonturen sichtbar, machmal flimmert es ein wenig.

Tonqualität

Die DD 2.0-Mono-Tonspuren weisen keine großen Schwächen auf. Der englische Ton klingt dezent dumpf, bietet aber gut verständliche Dialoge. Auch sein deutsches Pendant lässt sich gut verstehen, hört sich aber etwas heller an. Nennenswerte Verzerrungen gibt es nicht. Das Hintergrundrauschen stört nicht.

Extras

Das Bonusmaterial besteht aus einer Bildergalerie, einem Trailer sowie dem 8-seitigen Booklet, in dem Hank Schraudolph auf Regisseur Fregonese, Produzent Val Lewton und die die Inszenierung des Films eingeht. Ein lesenswerter Text.

Fazit

„Trommeln des Todes“ bleibt als kompakt inszenierter, launiger Western in Erinnerung, der es versäumt, seinen Themen eine wirkliche Bedeutung zu verleihen. Hübsche visuelle sowie akustische Ideen sorgen dafür, dass das Werk trotz oberflächlicher Konflikte nicht langweilig wird. Technisch ist die DVD sehr ordentlich.

Stefan Dabrock

21.11.2012

   
Originaltitel Apache Drums (USA 1951)
Länge 72 Minuten (Pal)
Studio Koch Media
Regie Hugo Fregonese
Darsteller Stephen McNally, Coleen Gray, Willard Parker, Arthur Shields, James Griffith, Armando Silvestre, Georgia Backus, Clarence Muse, Ruthelma Stevens, u.a.
Format 1:2,35 (16:9)
Ton DD 2.0 Mono Deutsch, Englisch
Untertitel -
Extras Bildergalerie, Trailer, 8-seitiges Booklet
Preis ca. 13 EUR
Bewertung launig, technisch sehr ordentlich