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rezensionen

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06.08. Mädchen: Mit Gewalt

kurzrezension

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21.05. Captain Invincible oder „Wer fürchtet sich vor Amerika?“
22.04. True Justice: Angel of Death – Der Todesengel (blu-ray)

blu-ray

Das Leben ist gewichen

Clash Of Empires

Clash Of Empires

Das Budget des Films, das mal mit etwa 2,6 Millionen US-Dollar (Bluray) und mal mit geschätzten 8 Millionen US-Dollar (imdb) angegeben wird, ist herausfordernd niedrig, um ein Schlachtenepos auf die Beine zu stellen.
Regisseur Yusry Kru schickt den römischen Prinzen Marcus Carpenius (Gavin Stenhouse) zur Zeit des Kaisers Hadrian nach Malaysia, wo Carpenius die Tochter des chinesischen Kaisers, Meng Li Hua (Jing Lusi) heiraten soll. Die Vermählung steht im Zeichen der angestrebten politischen Stabilität zwischen den beiden Weltreichen. Nachdem die römische Flotte kurz vor der Zwischenstation Indien weitgehend im Meer versunken ist, benötigt Carpenius einen erfahrenen Seemann, der die Gewässer um Malaysia kennt. Ein glücklicher Zufall sorgt dafür, dass der Abenteurer Merong (Stephen Rahman Hughes) seiner Todesstrafe nur entkommen kann, wenn er Indien verlässt und Carpenius nach Malaysia bringt. Am Ziel stellt sich schnell heraus, dass Merong, der seine Herkunft nur vage vermuten kann, aus einem malaiischen Volk stammt, das von seinen mit magischen Kräften ausgestatteten Widersachern geknechtet wird. Die Unterdrücker greifen auch die chinesische sowie die römische Delegation an, weil sie in den mächtigen Reichen eine Bedrohung sehen. Dabei wird auch die chinesische Tochter des Kaisers gefangen genommen. Gemeinsam müssen Chinesen, Römer und die unterdrückten Malaien in den Kampf ziehen, um die alte Prophezeiung von der Vereinigung der Malaien zu erfüllen und die chinesische Prinzessin zu befreien.

„Clash Of Empires“ ist ein Film geworden, der seine epische Handlung mit Schwatzhaftigkeit unter das Volk bringen will. Die Verwendung eines Erzählers, der viele Jahre später im Rückblick auf die für Malaysia bedeutende historische Begebenheit das Geschehen an ausgewählten Stellen wortreich begleitet, ist grundsätzlich noch nicht abzulehnen, aber die Art und Weise wie das passiert, trägt nicht zur Steigerung der Qualität bei. Denn entweder ersetzt der Kommentar erzählerische Defizite des Films, weil Regisseur Yusry Kru keine Mittel gefunden hat, um diese Teile der Handlung visuell zu vermitteln, oder aber es wird exakt das wiedergegeben, was zu sehen ist. Im letzten Fall bleibt die Erzählerstimme völlig sinnlos, da Clash Of Empires sich keine Spannungen zwischen Kommentar und Bild ergeben, wie es beispielsweise möglich wäre, wenn es sich um einen subjektiven, emotionsgefärbten Erzähler handelte. Der nüchterne Stil mit seiner nach Objektivität suchenden Sprache fügt den Bildern nichts hinzu.
Glücklicherweise taucht der Erzähler nur bei ein paar Momenten auf, so dass der Film die Chance hätte, das Defizit vergessen zu machen. Aber auch ohne Kommentar regiert das Wort in dem malaysischen Abenteuerfilm. Die Figuren reden mehr über das, was passiert, passiert ist und noch passieren wird, als das sie etwas tun. In einem Film, der sich als episches Actionwerk ausgibt, mutet der Zusammenbruch des Tatendrangs seltsam an. Als die chinesische Prinzessin beispielsweise in den Dschungel flieht, weil sie gerne frei sein möchte, statt sich für eine politische Zweckheirat instrumentalisieren zu lassen, trifft sie auf den römischen Prinzen Carpenius. Es entspinnt sich eine Diskussion über die aktuelle Situation, deren Länge deutlich über das Maß hinaus geht, was sich mit dem Wunsch nach Tatkraft vereinbaren lässt. Dabei stehen die Teilnehmer zunächst auf der Stelle. Das ist symptomatisch für einen Film, in dem viele Handlungselemente zunächst ausdiskutiert werden, bevor die Figuren das dann umsetzen. Das betrifft nicht nur strategische Entscheidungen wie die Schlachtplanung, bei der ein Gespräch logisch ist, sondern auch einfache Begebenheiten.

„Clash of Empires“ verleugnet dadurch sein eigenes Genre, da Legendenerzählungen immer die Tatkraft und den Mut der Figuren im Angesicht einer großen Aufgabe feiern. Das ist hier aber nur in zweiter Linie der Fall, da der Film dramaturgisch implodiert ist.
Und wenn es schließlich soweit ist, dass auch Actionelemente in das filmische Konzept Einzug halten, dann sehen sie leider enttäuschend aus. Das Budget des Films ermöglichte keine nennenswerten Massenszenen, so dass oftmals auf Kampfausschnitte zurückgegriffen wurde, wenn nicht Computereffekte nachhelfen sollten. Die Choreographien der Auseinandersetzungen liegen jedoch unter dem Durchschnitt. Die Bewegungen wirken oftmals etwas staksig, der Schnitt hat keinen Fluss und die Akteure wurden in ihren Aktionen überschärft, so dass sie nicht wie lebendige Menschen, sondern wie künstliche Gestalten wirken. Das computergenerierte Blut tut sein übriges dazu, um den Kämpfen die Aura der Leblosigkeit zu verleihen. Im Verbund mit den übrigen Schwächen des Films, die ihm ebenfalls die organische Grundierung des Lebens geraubt haben, ist das zwar konsequent, aber langweilig.

Bildqualität

Clash Of Empires

Technisch leistet sich die Bluray keine Schwächen. Die Schärfe überzeugt mit einem souveränen Zusammenspiel aus klaren Konturen, räumlicher Tiefe und Detailfreude. Die oftmals entsättigten Farben werden sehr gut wiedergegeben, der Kontrast sorgt für eine differenzierte Wiedergabe der einzelnen Elemente. Störendes Rauschen gibt es nicht.

Tonqualität

Die DTS-HD-Master-5.1-Tonspuren können vor allem mit der sehr präsenten Musik aufwarten. Immer dann, wenn es dramatisch wird, übertüncht das Orchester mit treibender Dynamik, dass sich im Bild gar nicht so viel Dramatisches abspielt. Dadurch entwickelt sich eine räumliche Grundkulisse, die überzeugt. Die Abmischung mit den übrigen Geräuschen ist leider schwächer, denn der treibende Soundtrack wurde zu prominent in Szene gesetzt. Dadurch geraten die anderen Tonelemente ins Hintertreffen. Von einer ausgewogenen Klangkulisse kann folglich nicht die Rede sein. Zum Glück sind die Dialoge aber verständlich geblieben.

Extras

Das knapp 8-minütige Making Of sowie die etwa 20-Minütige Behind the Scenes-Rolle haben einen rein werbenden Charakter. Die Stabmitglieder klopfen sich hier gegenseitig auf die Schulter, Informatives gibt es kaum.
Daneben sind mehrere Trailer zum Film sowie die englische und und malaiische Fassung eines im Film verwendeten Popsongs als Musikvideo enthalten.

Fazit

„Clash of Empires“ greift aufgrund seines für eine epische Legendenerzählung herausfordernd niedrigen Budgets zu oft auf Schwatzhaftigkeit zurück, als Taten und visuelle Mittel in den Mittelpunkt zu rücken. Dadurch ergibt sich im Verbund mit den Computereffekten eine leblose Atmosphäre, aus der Emotion und Dramatik gewichen sind. Technisch ist die Bluray gut, die leichten Schwächen beim Ton lassen sich verschmerzen.

Stefan Dabrock

12.12.2011

   
Originaltitel Hikayat Merong Mahawangsa (Malaysia 2011)
Länge 109 Minuten (24p)
Studio Ascot Elite
Regie Yusry Kru aka. Yusry Abd Halim
Darsteller Stephen Rahman Hughes, Gavin Stenhouse, Jing Lusi, Craig Fong, Henrik Norman, Umie Aida, Jehan Miskin, Ummi Nazeera, Nell Ng, u.a.
Format 1:2,35 (16:9)
Ton DTS-HD-Master 5.1 Deutsch, Englisch/Malaiisch
Untertitel Deutsch
Extras Making Of, Behind the Scenes, Musikvideo, Trailer
Preis ca. 17 EUR
Bewertung schwach, technisch gut